Bericht der Käthe-Kollwitz-Schule Leverkusen über den unterrichtlichen Einsatz des CASIO Präsentationssystems YC-400

Vorbemerkung: Die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule besteht aus 2 Standorten, die etwa zwei km von einander entfernt liegen. Im Standort Elbestraße (hier war der YC-400 einer schulinternen Vereinbarung entsprechend in der ersten Hälfte des Testzeitraumes im unterrichtlichen Einsatz) sind die Jahrgangsstufen 5 und 6 untergebracht, der Standort Deichtorstr. (hier soll der YC-400 im nächsten Halbjahr zum Einsatz kommen) beherbergt die Jahrgangsstufen 7-10 sowie die gymnasiale Oberstufe.

Das Präsentationssystem befand sich während des Berichtszeitraums nahezu ausschließlich als feste Installation im Computerraum des Standortes Elbestraße (17 vernetzte Rechner, Drucker, Beamer) und zwar aus mehreren Gründen:
  1. Es gibt am Standort lediglich diesen einen Beamer, aber keinen Laptop, wodurch die mobilen Einsatzmöglichkeiten des YC-400 – vom externen Einsatz der Kamera einmal abgesehen - nicht genutzt werden konnten.
  2. Nur im Computerraum findet sich eine genügend große Projektionsfläche, während in den Klassenräumen mögliche freie Wandflächen dem Alter der Kinder entsprechend mit "Kunstwerken" der Schülerinnen und Schüler dekoriert sind.
  3. Eine "Komplettinstallation und Deinstallation", d.h. Anschluss und Verkabelung von Laptop, Beamer und YC-400 incl. der erforderlichen Softwareinstallation nimmt selbst bei technisch versierten KollegInnen mehr Zeit in Anspruch, als im Rahmen des regulären Unterrichtsbetriebs (45min-Takt) zur Verfügung steht. Hieraus folgt, dass von der prinzipiellen Mobilität des Systems vermutlich nur in Phasen projektorientierten Unterrichts Gebrauch gemacht werden dürfte.
In der schon erwähnten Festinstallation hat der YC-400 nicht nur die Aufgaben des OHP vollständig übernommen, sondern den Kolleginnen und Kollegen eine ganze Reihe neuer unterrichtlicher Möglichkeiten eröffnet, von denen in zunehmendem Maße Gebrauch gemacht wird und die im folgenden kurz dargestellt werden sollen:
  1. Die einfache Möglichkeit der vergleichenden Präsentation von Schülerarbeiten aufgrund der automatischen temporären Speicherung. Es hat sich gezeigt, dass die SchülerInnen angesichts der automatischen Korrekturfunktionen und damit des einfachen Handlings des Systems ausgesprochen gerne ihr Arbeitsergebnis selbst auf die Projektionsfläche legen, ihre Arbeit auf diese Weise „in den Mittelpunkt des Interesses“ rücken und ggf. kommentieren.
  2. Die Möglichkeiten der Fokussierung der Konzentration der SchülerInnen durch die Zoom-in Funktion des Systems sowohl auf bestimmte Passagen einer Textvorlage oder etwa auf "Schlüsselbegriffe" innerhalb eines Textes wie auch auf Details dreidimensionaler Objekte.
  3. Die Möglichkeit, durch Fotografieren und Speichern Tafelbilder der Vergänglichkeit zu entreißen, um in darauf folgenden Stunden auf bisherige Arbeitsergebnisse rekurrieren zu können, ggf. in auf die Tafel projizierten Bildern weiter zu arbeiten, erneut zu dokumentieren und so Fortschritte im Arbeitsprozess fest zu halten.
  4. Die Möglichkeiten des mobilen Einsatzes der Kamera etwa zur Dokumentation bestimmter Phasen eines Gruppenprozesses, eines Versuchsablaufes in den naturwissenschaftlichen Fächern, eines Bewegungsablaufes in Sport etc.
Unterrichtsideen:

Im Deutschunterricht der Klassen 5 und 6 stehen u.a. die Unterrichtsthemen "Personenbeschreibung" und "Vorgangsbeschreibung" auf dem Lehrplan. Unter der Überschrift "Wie sehen Tim, Natalie, Felix ... aus, wenn sie traurig, besorgt, fröhlich, wütend ….. sind" wurde die YC 400 senkrecht stehend verwendet, um dem jeweils in Rede stehenden Adjektiv entsprechende Portraitaufnahmen der genannten Schülerinnen und Schüler herzustellen und zu einer Präsentation zu verarbeiten. Beim Thema "Vorgangsbeschreibung" diente das System der Dokumentation und Präsentation der einzelnen Schritte eines Vorganges in Wort und Bild, um die Schüler handlungsorientiert für die Wichtigkeit der "richtigen" Reihenfolge" zu sensibilisieren.

Im Musikunterricht, genauer im Instrumentalunterricht der Musikklassen der Käthe-Kollwitz-Schule wurde die Kamera eingesetzt um etwa die Handhaltung beim Greifen bestimmter Akkorde auf der Gitarre oder dem Keyboard zu dokumentieren, um in der Projektion mit den SchülerInnen typische Fehlhaltungen genauer analysieren und so die Spieltechnik verbessern zu können. Außerdem erwies sich das YC-400 durch seine Zoom-Möglichkeit besonders geeignet zum Herauslösen musikalischer Mikrostrukturen aus einem Notenblatt .

Im Kunst- und Technikunterricht wurde das System verwendet, um vor allem einzelne Zwischenstadien bei der Produktion von Gemälden, Bastelarbeiten o.ä. festzuhalten und zur Diskussion stellen zu können.

Im Mathematikunterricht spielte das System - hier vor allem die Drehfunktion - eine Rolle bei der Beschäftigung mit geometrischen Körpern.

Die Kolleginnen und Kollegen der Käthe-Kollwitz-Schule sind nach diesem ersten halben Jahr von den vielfältigen Möglichkeiten des Systems überaus begeistert, bedauern lediglich, dass der schnelle Einsatz des gesamten Systems im Klassenraum aus den genannten Gründen nur schwer möglich ist. Dem Einsatz des Gerätes in den höheren Klassen sowie in der gymnasialen Oberstufe im nächsten Halbjahr sehe ich mit großem Interesse entgegen.

Leverkusen, den 01.06.2006 - Herbert Schmidt
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